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Schilderfabrik gibt Flüchtling eine Perspektive

Schilderfabrik gibt afghanischem Flüchtling eine Perspektive
Betriebsleiter Lukas Keßner (l.) freut sich über das Engagement von Mediengestalter-Azubi Iman Barati. Die Albert Walther GmbH liefert an Kunden in Deutschland, Österreich, der Schweiz und nach Tschechien.

 

 

Iman Barati lernt in Traditionsfirma das Mediengestalter-Handwerk

 

Gute Schulnoten, gute Deutschkenntnisse, Einsatzbereitschaft, Zuverlässigkeit und handwerkliches Geschick – das sind Grundvoraussetzungen für eine Ausbildung im Handwerk. Iman Barati kann all das vorweisen. Der 19-jährige Afghane, der vor zwei Jahren als Flüchtling nach Deutschland kam, lernt seit August das Handwerk eines Mediengestalters bei der Stempel- und Schilderfabrik Albert Walther GmbH in Dresden. Die Unsicherheit über seinen Aufenthaltsstatus schwingt jedoch immer mit.
„Iman hat uns mit seinem Auftreten und seiner Auffassungsgabe überzeugt. Deshalb bilden wie ihn aus“, sagt Betriebsleiter Lukas Keßner. Er ist froh, den 19-Jährigen im Unternehmen zu haben. „Wir hatten die Azubi-Stelle normal ausgeschrieben“, erläutert der Industriekaufmann. „Jedoch stimmte bei vielen Bewerbungen die Qualität einfach nicht.“ Bei Iman Barati sei dies anders gewesen. „Er machte schon bei unserer ersten Begegnung einen freundlichen und kompetenten Eindruck“, sagt Keßner. Nach dem sich der junge Iraner auch bei einem Probearbeitstag bewährte, war die Entscheidung zu seinen Gunsten gefallen.
Iman ist froh, nun das Mediengestalter-Handwerk zu lernen. „Ich freue mich. Ich wollte immer einen Beruf im Grafik-Bereich ergreifen“, erzählt er in fehlerfreiem Deutsch.
Vor zwei Jahren kam der 19-Jährige allein nach Deutschland. Hier paukte er die deutsche Sprache und machte seinen Realschulabschluss mit guten Noten.
Heute wohnt der Afghane in einem Asylbewerberheim in Rossendorf am Dresdner Stadtrand. Keine ideale Situation, findet Lukas Keßner. „Für Iman ist der Arbeitsweg zu uns ins Stadtzentrum sehr lang. Dabei hätten wir ihn gern bei der Wohnungssuche unterstützt“, erläutert der Betriebsleiter. Doch ein Umzug ist keine Option. Bis auf Weiteres darf sich der Afghane keine eigene Wohnung nehmen. Iman Barati ist in Deutschland nur geduldet, sein Asylverfahren nicht abgeschlossen. Das heißt, dass der 19-Jährige alle paar Monate zur Ausländerbehörde gehen muss, wo über die Verlängerung seines Aufenthaltsrechtes entschieden wird. Auch eine Abschiebung ist möglich. „Diese Unsicherheit ist immer da“, sagt Lukas Keßner. Er hofft, dass sein Azubi in Deutschland bleiben kann. „Schließlich macht er seine Sache bisher sehr gut und wir bilden für den eigenen Bedarf aus.“ Auch Iman Barati wünscht sich eine Zukunft in Deutschland.


Die Keßner-Gruppe
Die Dresdner Stempel- und Schilderfabrik hat Tradition. 1888 gegründet, gehört die Albert Walther GmbH zu den ältesten Handwerksbetrieben der Branche. Vor zwei Jahren übernahm Lukas Keßner die Leitung des Unternehmens von seinem Vater Reinhart. Zwölf Mitarbeiter zählt die Firma. Reinhart Keßner ist Meister des Flexografenhandwerks und führt in Löbau die Rudolf Schmorrde KG. Zum 01.01.2017 übernehmen Lukas und Bruder Marcus Keßner die Traditionsfirma Graphische Betriebe Rudolf Keßner in Weimar.

 

(Quelle: Deutsche Handwerkerzeitung, 16.12.2016)

 

Zeitungsartikel in der Deutschen Handwerkerzeitung vom 16.12.2016