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Gedenken an Ehrenbürger Karl Keßner

Das Leben und Wirken einer Stadt wird durch seine Bürger bestimmt. Aber es haben zu jeder Zeit Menschen gelebt, die besonders die Stadt geprägt haben. In der Großen Kreisstadt Löbau wurde anlässlich der 780-Jahrfeier der Stadt Löbau ein Mensch mit der höchsten Auszeichnung der Stadt geehrt, weil er einen außerordentlichen Anteil an der Entwicklung, an dem Werden und Wachsen seiner Stadt hatte. Löbau hatte letztmalig 1950 einen Bürger der Stadt zum Ehrenbürger ernannt. Im Jahr 2001 beschloss der Stadtrat nach 51 Jahren erstmals wieder die Ernennung eines Bürgers zum Ehrenbürger der Großen Kreisstadt Löbau. Mit dieser höchsten Auszeichnung der Stadt wurde der Lebensweg von Karl Keßner gewürdigt. Im Oktober vor fünf Jahren starb er. Aber die Stadt wird seiner immer gedenken.

Sein Weg war geprägt von innerster christlicher Überzeugung, der Sorge um den Erhalt eines Handwerkszweiges und der Wahrnehmung von Bürgerverantwortung. Karl Keßner - fast jeder Löbauer kannte ihn und so mancher über die Stadtgrenzen hinaus. Zu jeder Zeit war er bestrebt, sich für die positive Entwicklung von Löbau einzusetzen. Auch zu einer Zeit, in der er sich eigentlich auf sein "Ruheteil" hätte begeben können, verfolgte er alles genau und half so manchem Problem auf die Sprünge. Er war "unbequem", aber gerade das zeichnete ihn aus. Mängel nicht einfach hinzunehmen, seine eigene Meinung zu vertreten und auch zu behaupten, sich ehrlich als Bürger der Stadt für die Stadt einzusetzen - dies prägte seinen Lebensweg. Karl Keßner war aber nicht "nur" ein Löbauer, sondern er war ein Oberlausitzer. Für diese Einigkeit der Oberlausitz engagierte er sich z. B. im "Kuratorium Einige Oberlausitz e.V.". Obwohl er sich nie in den Vordergrund rücken wollte, blieb sein stetes Wirken nicht unbeachtet. 1990 wurde er zum Ehrenobermeister des Handwerks ernannt. 1993 erhielt er für seine Verdienste um das Handwerk eine Einladung zum Neujahrsempfang bei Herrn Bundespräsident von Weizsäcker. 1999 wurde er für seinen Lebensweg mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland durch Bundespräsidenten Johannes Rau geehrt.

Er war ein Sohn unserer Stadt. Karl Keßner hat auf dieser Welt viele Spuren hinterlassen. Sein Wirken für den Erhalt des Handwerkszweiges der Stempelmacher, sein Ringen für die Entwicklung seiner Heimatstadt Löbau sowie sein Einsatz in den Zeiten der Wende und für eine einige Oberlausitz werden Ehrenbürger Karl Keßner in den Herzen der Menschen weiter leben lassen. Wir werden ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren.


Die Redaktion 

(Quelle: Stadtverwaltung Löbau, Stadtjournal 11/2019)

Ehrenbürger Karl Keßner nahm in jedem Jahr im Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht an der Gedenkfeier der Stadt am Promenadenring teil. Er brachte immer einen Stein mit und legte diesen auf dem Gedenkstein nieder – wie es bei jüdischen Friedhöfen üblich ist – aus Respekt vor den Toten.